Dänische Regierung verschärft Asylregeln

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Dänemarks Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen hat Maßnahmen vorgestellt, mit denen die Zahl der Asylbewerber in Dänemark verringert werden sollen.

  1. Zeltlager statt feste Häuser
    Das erste Zeltlager für männliche Flüchtlinge solle in der kommenden Woche in der nordwestlichen Stadt Thisted eingerichtet werden, teilte die Regierung mit. Das dänische Rote Kreuz ist dagegen: “Ich konnte meinen Ohren nicht trauen, als ich das gehört habe”, sagte der Generalsekretär des dänischen Roten Kreuzes, Anders Ladekarl. “Es gibt keinen Mangel an Häusern mit festem Dach. Sind wir ein Dritte-Welt-Land geworden?” Ziel der Zelte sei offenkundig Abschreckung.
  2. Erschwerter Familiennachzug
    Flüchtlinge erst nach drei Jahren Familienangehörige nachholen. Flüchtlinge aus Krisenländern wie Syrien oder dem Irak erhalten seit vergangenem Jahr nur Aufenthaltsgenehmigungen für ein Jahr. Sie können ihre Kinder, Partner oder Eltern nur dann nachholen, wenn ihre Aufenthaltspapiere verlängert werden.
  3. Aufenthalt bezahlen – mit Wertgegenständen  
    Die Polizei darf Asylbewerber und ihr Gepäck nach Geld und Wertgegenständen durchsuchen, mit denen sie für ihren Aufenthalt zahlen sollen.  Ausgenommen bleiben nur Gegenstände mit einer persönlichen Bedeutung – etwa Eheringe.
    Die Wirkung: Kaum Anstieg bei Asylanträgen

    Anders als in Schweden und Deutschland ist die Zahl der Asylanträge in Dänemark in diesem Jahr nur leicht gestiegen. Die Befristung von Aufenthaltstiteln, die Verzögerung von Familienzusammenführungen und Anzeigen in libanesischen Zeitungen, mit denen Flüchtlinge entmutigt wurden, nach Dänemark zu kommen, haben ihre Wirkung entfaltet.
    “Während Länder um uns herum eine Explosion der Asylbewerberzahlen gesehen haben, sind die Entwicklungen bei uns mehr unter Kontrolle geblieben”, sagte Rasmussen. Im Oktober seien 3600 Anträge gestellt worden, in der vergangenen Woche 1200.
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