Eine Meinung aus Afrika

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Auf dem Bild: Rate mal, wer es nach Europa schafft: 1 oder 2?

Hier ein Bericht von einem uns bekannten Deutschen, der nach Afrika ausgewandert ist. Auf sein Bitten hin geben wir nähere Daten nicht bekannt, da er keine Schwierigkeiten mit der Regierung seines Landes möchte. Seine Einsichten aus der Ferne sind hochinteressant:

 

Vorneweg. Ich wohne in Afrika, nicht in weißen Ghettos und überlebe, indem ich mich mit einheimischen Menschen ganz normal im täglichen Wirtschaftsleben auseinandersetze, also kein Missionar, Entwicklungshelfer oder Staatsbediensteter, der Geld irgendwo reingeschoben bekommt. Ich muss (und will) um mein hiesiges Leben kämpfen.

Meine (afr.)Frau hat hier gerade ein Abend-Küchen-Gespräch mit meiner (afr.)Schwägerin über die Zukunft des (afr.)Sohnes der Schwägerin. Sie hat nur das eine Kind, der Vater ist nach Kenntnisnahme der Schwangerschaft illegal nach Frankreich abgehauen und dieses Kind wurde also von meiner Schwiegerfamilie großgezogen. Alle haben sich Mühe gegeben, auch ich habe finanziell partizipiert, um ihm eine Privatschule, wenigstens für eine gewisse Zeit, zu ermöglichen. Nun ist er 15 Jahre alt, Bester seiner Klasse, aber was wird aus ihm? Eine wirklich, unbeantwortbare und üble Frage. Tja, was. Er hat keinen Vater, der ihm die Zukunft hier ebnet. Schwiegervater ist zu alt. Ich habe eigene Kinder… das wars. Er ist ein ehrlicher Junge, schlau, arbeitsam, aber was soll er werden? Die hier gängigen Berufe sind Maurer, Zimmermann und Mechaniker (für Männer) und Haarschneiderin, Hebamme und Schneiderin (für Frauen und Männer mittlerweile). Eins davon wird für ihn sein. Kann er studieren? Uni kostet zu viel Geld für die Mutter, und wozu studieren? Jedes Jahr gibt es viel mehr Studienabschlüsse als entsprechende Arbeitsmöglichkeiten. Wie viele davon werden im Fachgebiet bleiben, nach Beendigung des Studiums hier in Afrika und wie viele werden Mopedtaxi fahren, um zu überleben?
Jobs die hier Geld bringen: Politiker, Zollbeamter, Polizist sind mit einer Menge Ausbildungsgeld verbunden und ein „Abschluss“ hängt oft von den Beziehungen ab, nicht von der Leistung… was sonst noch: Anwalt, Richter… braucht man Beziehungen bzw. Familie aus dem Gebiet, -, Pfarrer, naja, jeder der gut labern kann stürzt sich drauf… Doktor: kostet zu viel, Wirtschaftskapitän (operateur economique) bzw. Distributeur exclusiv braucht auch eine Menge Kleingeld…

Jobs die Spaß machen, herausfordern, Befriedigung bringen…mhhh… fällt mir garnix ein. Vielleicht Journalist? Lebt man manchmal sehr gefährlich.

Aber ich höre gerade mit halbem Ohr, meine Frau empfiehlt ihrer Schwester, dass meine Kinder (die auch einen deutschen Pass haben) ihren Sohn später nach Europa begleiten(einladen) könnten und mit ihm dort in Frankreich eine Lösung (oder gar den Vater) finden würden. Wird vermutlich ernüchternd…

Ein Leben ohne Zukunft, DAS IST das Problem in Afrika. Und wieso ist das so? Gibt’s da keine Investoren? NEIN! Es gibt sie nicht wirklich. Freunde berichteten mir glaubhaft, um Investitionen tätigen zu können, müsse man eine Menge an zusätzlichen Geldern bezahlen. Und es lohne sich nicht, hier zu investieren. Wer kann schon wieviel konsumieren?

Also lebt diese komplette Nation nur vom Weiterverkauf von Importwaren. Tolle Ökonomie. Was also sollen diese jungen Menschen, OHNE Perspektive machen? Kann ja nicht jeder für die staatliche Bürokratie arbeiten.

Die meisten kommen NICHT nach Europa! Nur die Wohlhabenden schaffen das. Sie migrieren kontinental oder ergeben sich dem Schicksal. Werden promovierte Haareschneider. Nach Europa kommen nur ganz wenige davon. Ob nun legal oder illegal, wobei illegal teurer ist. Soll heißen, Subsahara-Afrikaner, die illegal übers Mittelmeer kommen, haben Geld! Und wurden bereits von jeglicher europäischen Botschaft abgelehnt. Punkt. (Studium, Heirat, Urlaub, Familie…es gibt ein paar legale Gründe, die billiger sind und durchaus in Anspruch genommen werden)

Kein *armer* Subsahara-Afrikaner schafft es nach Europa illegal. Keiner. Die kommen nicht mal in die nächstgrößere Stadt! Selbst der untere Mittelstand, zu dem ich meine Familie hier zähle, kann es sich nicht leisten, einmal im Jahr den Bus zur Tochter in den Norden des Landes zu bezahlen, um die Enkelkinder zu sehen (ca. 28 EUR Hin-und Rück). Geht nicht jährlich! Simpel…

Deshalb, um eine Lösung des Flüchtlingsproblems anzudenken, schiebt nicht die „Armen auf einer Suche nach dem besseren Leben“ vor. Macht Druck auf die deutsche Außenpolitik, um mitzuhelfen die Missstände in den jeweiligen Ländern zu bekämpfen. Einfach drakonische Strafen fordern und ansonsten komplett die Zusammenarbeit kündigen! (Siehe Holland 2015*, seit dem Skandal gibt es keine Zusammenarbeit BEN-NL mehr) Würde klappen. Die schwarze Elite braucht die weiße (Steuerzahler)- Kohle.

Aber ne, es wird oft das Gutmenschen-Argument genutzt: Wir Weißen können den Schwarzen nicht in ihre Politik reinreden, wegen Kolonialzeit und so. Bullshit. Hallo, Globalisierung ist da. Die Leute kommen von überall, also reagiert ebenso grenzübergreifend bei Lösungen von Problemen! (Kriege bekommt ihr doch auch hin-grenzübergreifend.) Dann bildet diese afrikanischen Politiker, die für den ganzen Zirkus verantwortlich sind, auch nicht an euren weißen Eliteunis aus (oder besser: bildet sie problemorientiert aus). Da geht’s doch los. Es ist im Sinne der momentanen Gesellschaftsordnung, in jedem Land eine korrupte und reiche Oberschicht zu etablieren, denn niemand kämpft (und korrumpiert) so verbissen, wie ein Reicher, dem man an sein Geld will. Hier besonders gut zu sehen (Kriege in Afrika bei Wahlen oder Ressourcen)
Nein, die deutsche Politik hält sich (offiziell) raus, aber kritisiert immerhin auf ihrer Web-Seite vom Auswärtigen Amt das ineffiziente Justizsystem hier. Und wer weiß, inwieweit eine funktionierende Arbeits- und Geschäftswelt inklusive Investitionen von außerhalb von einem gut funktionierenden Justizsystem abhängt, kann diese kurze Bemerkung des Auswärtigen Amtes und die damit verbundene Misere hier nur zu gut verstehen.

Zitat aus der Webseite des Auswärtigen Amtes: Versuche, einen einmal entstandenen Schaden auf rechtlichem Wege zu beheben, sind in Benin angesichts des wenig effizienten Justizsystems derzeit so gut wie aussichtslos, auf alle Fälle aber extrem langwierig und kostenintensiv.**

Dabei könnte und müsste internationaler Druck stärker sein und würde viel mehr erreichen …

Kein Afrikaner verlässt gerne sein Land. Dazu ist das Klima und die Familie ein viel zu starker Magnet. Aber sie werden dazu gezwungen, oft von den eigenen Landsleuten, die den Hals nicht voll kriegen, unter Tolerierung der weißen Geldelite.

Das Problem muss also auch in Afrika beseitigt werden. Und die paar Typen, die NICHT ARM sind und selbstwissend NICHT schwimmen können und denken, ein tiefes Meer zu überqueren bringt ihnen irgendeine Heilung, die sind nicht das Problem. (Übersetzt für einen Deutschen stellt sich diese Mittelmeersituation wie folgt dar: Ein beinamputierter Bergsteiger*, mit einem 5fachen Jahresgehalt in der Tasche steigt auf einen hohen Berg, weil er denkt, dort die Erfüllung zu finden. Über solche Leute zuckt man hier in Afrika nur die Achseln. Idioten werden die hier vom Volk genannt.)

Aber cui bono? Die kapitalistische Welt bekommt billige Arbeitskräfte und kann damit alle sozialen Errungenschaften wunderbar aushebeln. Und die Politik kann ganz im Sinne von *divide et impera* wieder eine neue Schublade im täglichen Spaltungszirkus eröffnen. (Un)sinnigerweise setzen sich Linke für die Aufnahme dieser Bootsflüchtlinge ein, genau für diese die ihnen den Job theoretisch wegnehmen könnten. Der Arme teilt das Brot mit dem anderen Armen. Kurios.
Es gewinnt, im tiefen Sinne!, nur die Wirtschaft UND die Politik! und als Denker eines rechten Thinktanks würde ich genau DAS machen: Gib anonymer weise linken Stiftungen viel Geld, Zuwendungen oder bezahle Medien und Journalisten, die diesen „Armutsflüchtlingen“ (WAS SIE NICHT SIND!) eine Plattform geben. Erweiche Herzen für ihr Schicksal. Lasst sie hier einreisen! Es freuen sich nur der Billiglohnsektor und die Politik. Kein anderer. Denn glücklich werden diese illegalen Menschen in Europa auch nicht. Dieses ganze Spiel! Ja SPIEL, kotzt einen an, weil es so offensichtlich ist, aber immer nur mit gutmenschlichen Sprüchen in den Medien zugekleistert wird.

Meine afrikanische Frau sagte zu mir, als ich ihr die Bilder der Besetzung einer Berliner Schule von afrikanischen unzufriedenen Flüchtlingen im Internet zeigte und besonders die Untätigkeit der Polizei hervorhob, folgendes: „Das müsste mal hier passieren! Die würden sofort weggesperrt. Halten sich nicht an die Regeln des Gastgebers etc….ich würde, wenn ich da wäre, erst einem der Besetzer eine knallen und dann den Polizisten, weil die es zulassen, dass Afrika von solchen Spinnern so erniedrigt wird. Die sollen nach Hause kommen und Mais pflanzen.“ Und so denkt man hier über diese Leute…

Das mal eine Anregung, dieses Thema vielleicht etwas differenzierter zu betrachten.

Wie gesagt, es ging mir um Afrikaner aus Subsahara.

*link hier: http://www.businessinsider.com/r-benin-minister-resigns-in-scandal-over-missing-aid-millions-2015-5?IR=T

**link hier: http://www.cotonou.diplo.de/Vertretung/cotonou/de/04/seite__betrugerbfall.html

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