Der Syrienkrieg aus Sicht eines Syrers

Share Button
Gerade hatte ich ein intensives Gespräch mit meinem Geschäftsfreund Saleh, einem langjährigen Syrischen Kunden.
Er lebt seit 1990 in München mit Frau und Kind, seine Eltern und andere Familienangehörige leben in Aleppo, im Kriegsgebiet in Syrien.
Er spricht perfekt Deutsch und ist ein ruhiger, intelligenter Mann, seine Beschreibung der Lage ist glaubwürdiger, als die Infos aus unseren Medien.
In Kurzfassung seine Erfahrung:
Syrien ist seit 1973 mit einem westlichen Embargo belegt, denn Syrien zählte nie zum “Freundeskreis” der USA. Syrien wollte unabhängig von den USA bleiben und hat sich schon damals deshalb mit der UDSSR, heute Russland und dem Iran verbündet.
Der Golfkrieg 1990 und der Niedergang des Warschauer Paktes haben das Embargo aufgeweicht, nicht aber die Verbindung mit Russland und dem Iran.
Syrien hat keine Schulden, es besteht keine finanzielle Abhängigkeit vom Westen. Das Land sympatisiert mit Iran und Russland.
Also ist Syrien für das westliche Bündnis kein Partner und infolge dessen ein Gegner.
(Und willst du nicht mein Partner sein, so schlag ich dir den Schädel ein.)
Der gegenwärtige, völkerrechtswidrige Krieg (nur die Russen sind legal in Syrien) gegen Syrien wurde durch ausländische, westliche Mächte angefacht, die die Aufständischen (sogar den IS) mit Waffen versorgt und ausgebildet, mit dem Ziel, Syrien zu destabilisieren Assad zu stürzen und Zustände wie im Irak und Lybien herzustellen.
Ohne Waffenlieferungen und finanzieller Unterstützung der Westmächte an die Rebellen wäre der Krieg in zwei Wochen beendet.
Es gab unter Assad keine Feindschaften oder gar Kämpfe zwischen den Religionen, sie lebten friedlich miteinander.
Syrien war das aufgeschlossenste, modernste arabische Land, von wegen Steinzeitislam.
Es geht hier in keinster Weise um Menschenrechte, sondern um Bohrrechte, denn Syrien ist reich an Erdölvorkommen die noch nicht erschlossen sind.
Ausserdem soll Russland aus Syrien verdrängt werden und seinen Militärstützpunkt verlieren.
Die Flucht der jungen, syrischen Männern nach Europa/Deutschland ist eine Schwächung der Assad- Armee und somit geplant. Das Land blutet aus und es fehlen die jungen Männer auch zum Wiederaufbau. Die Türkei unterstützt und fördert die Flucht in die EU und macht damit ein Milliardengeschäft. Assad ist in der syrischen Bevölkerung nicht so unbeliebt wie es in unseren Medien geschildert wird.
Die meisten Syrer sehen Assad als die einzige Chance für ein unabhängiges, freies Syrien, denn ohne Assad wird Syrien das selbe Schicksal ereilen, wie Irak und Lybien.
Russland wird Syrien nie aufgeben und notfalls Krieg führen, auch gegen die Westmächte.
Was das bedeutet ist unvorstellbar, steht uns ein dritter Weltkrieg bevor?
Saleh liebt Deutschland und ist traurig über die für ihn unverständliche deutsche Politik die vor allem Deutschland großen Schaden zufügt.
Dieses Gespräch wurde geführt am Samstag, den 20. Februar 2016
Sepp Schandl
Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.