Krätze Epidemie in Deutschland

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In Deutschland hat die Krätze schon lange keine Rolle mehr gespielt. Aber es gibt Länder, in denen 30 – 40% der Bevölkerung unter dieser Hautkrankheit leidet.

Neuerdings tritt die Krätze in Deutschland in einem Umfang auf, dass Mediziner bereits von einer mittelgroßen Epidemie sprechen. Sie verbreitet sich durch Hautkontakt, vor allem, wo Menschen dicht aufeinander sitzen.

In Nordrhein-Westfalen (Anm. der Redaktion: Wo auch sonst?) und im Raum Aachen haben Ärzte einen deutlichen Zuwachs an Krätzefällen registriert. Es wurden bereits mehrere hundert Infizierte gemeldet. „Man kann schon von einer mittelgroßen Epidemie sprechen“, sagt der Dermatologe Herbert Kirchesch aus Pulheim bei Köln. Allein in seiner Praxis hat er in den letzten drei Monaten 40 Patienten mit juckendem Hautausschlag gesehen, der von Krätzmilben ausgelöst wird.

Offizielle Daten gibt es wenige, da für die ansteckende Hautkrankheit keine generelle Meldepflicht besteht. Auf einem Mediziner-Treffen vergangene Woche hätten aber Kollegen aus verschiedenen Regionen von zunehmenden Krätze-Zahlen berichtet, sagt der Experte. „Das ist ein bundesweiter, allgemeiner Trend.“

Woher der sprunghafte Anstieg einer Krankheit kommt, die bis vor Kurzem fast schon vergessen schien? „Ich habe keine andere Erklärung, als dass es sich um eingeschleppte Krankheitsauslöser handelt, die mit der Zuwanderung aus Balkanländern und aus den Kriegsgebieten im Mittleren Osten zu tun haben”, sagt der Experte.

Eine unbequeme Wahrheit für die Gutmenschen, denn es ist schwierig Fachärzte als  Hetzer, Nazis, Rassisten und Ausländerfeinde zu beschimpfen…

Die Krätzmilben, winzige, für das Auge unsichtbaren Spinnentiere graben Gänge unter die Haut, in die sie ihre Eier ablegen. Die Folge sind heftiger Juckreiz und meist, wenn auch nicht immer, entzündliche Ausschläge. „Es sind die gleichen Stellen, wo sich auch Neurodermitis oft zeigt: Handgelenke, Leiste, Armbeuge“, sagt der Dermatologe. „Das erschwert die Diagnose.“

Es dauert Wochen, bis die Haut nach der Infektion zu jucken beginnt. Ansteckend ist der Patient dann aber längst. Dermatologe Kirchesch plädiert daher dafür, neben dem Patienten mit Symptomen auch sein engstes Umfeld zu behandeln.

Die Therapie zielt darauf ab, sämtliche Milben und ihre Eier abzutöten. „Das gelingt oft schon nach einer einmaligen Ganzkörperbehandlung mit fünfprozentiger Permethrin-Salbe oder mit Tabletten mit dem Wirkstoff Ivermectin“, erklärt der Hautarzt. „Nach einer Woche kann man die Behandlung noch einmal wiederholen, um auch die neu geschlüpften Milbennymphen zu erwischen.“

Die Krätzmilben sterben außerhalb des menschlichen Körpers nach mehreren Tagen ab, bis dahin hängen sie aber in Unterwäsche, Handtüchern und Bettwäsche. Alle Textilien, die die Haut berühren, sollten daher bei 60 Grad gewaschen, Teppiche und Polstermöbel sorgfältig abgesaugt werden. Für nicht waschbare Kuscheltiere tut es auch eine Woche in einer fest verschlossenen Plastiktüte.

Auf die Frage nach einem möglichen Schutz vor einer Ansteckung mit Krätze hat Herbert Kirchesch nur den Tipp: „Vermeiden Sie Körperkontakt in fraglichen Situationen. Aber lassen Sie die Finger von Desinfektionsmitteln. Die interessieren Krätzmilben überhaupt nicht.“

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4 thoughts on “Krätze Epidemie in Deutschland

  1. Leider sehr schlecht recherchiert, die Krätze gab und gibt es in Deutschland seit je her. Das belegen auch die Absatzzahlen der entsprechenden medikamente bis 2010. Sie hat demnach auch nichts mit Zuwanderung zu tun, sondern damit, dass viele Menschen in einem engen Raum zusammen leben müssen.

  2. Es gibt auch Milbenbefall mit ähnlichen Symptomen. Diese werden durch z. B. Herbstgrasmilben hervorgerufen. Im Unterschied zu den Krätzmilben können sie sich aber nicht in der menschlichen Haut vermehren und es kommt auch nicht zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch. Sie sterben nach einiger Zeit des Juckreizes ab. Die Behandlung erfolgt mit denselben Mitteln, die auch gegen Krätzmilben eingesetzt werden!

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