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Abschiebeflieger: Leer hin – proppenvoll zurück

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Zuwanderung.net erhielt am 24. Juni einen Hinweis, dass zur Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan Großraumflugzeuge eingesetzt werden, die den Flughafen München mit wenigen Dutzend Abzuschiebenden verlassen, aber aus Afghanistan dann proppenvoll mit Afghanen zurückkehren.

Was ist von dieser Information zu halten? Zunächst einmal stammt sie aus einer Quelle, die im Transportwesen tätig ist und 2015 schon einmal einen korrekten Hinweise gegeben hat. Damals ging es um Ausnahmen von den Lenk- und Ruhezeiten für Bustransporte von Flüchtlingen aus Österreich und Ungarn nach Deutschand. Diese Information, die auch nicht an die große Glocke gehängt wurde, erwies sich damals als zutreffend.

Im Licht der aktuellen Nachrichtenlage könnte auch an diesem neuen Hinweis etwas dran sein. Wie DER SPIEGEL berichtete, wurde ein Abschiebeflug nach Afghanistan abgesagt.

Grund seien nicht Sicherheitsbedenken, sondern die noch nicht wiederhergestellte Arbeitsfähigkeit der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul, berichtete das Magazin am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Die Vertretung war bei einem massiven Bombenanschlag am 31. Mai schwer beschädigt worden. Sie könne die Abschiebeaktion deshalb nicht wie bei früheren Aktionen logistisch unterstützen.

Soweit die Presse.

Da stellt sich schon die Frage, was die Botschaft des Ziellandes noch mit den Abzuschiebenden zu tun hat, wenn die in Kabul aus dem Flieger marschieren und wieder in ihrem Heimatland sind.

Eine viel bessere Erklärung bietet die Internetseite der deutschen Botschaft in Afghanistan.

Dort heißt es:


Wichtiger Hinweis

Die Visastelle und Konsularabteilung der Deutschen Botschaft Kabul bleibt aufgrund des Bombenanschlags vom 31. Mai für unbestimmte Zeit geschlossen.
Die Beantragung von Visa an der Deutschen Botschaft Kabul ist auch für alle nach dem 1. Juni vereinbarten Termine nicht möglich. Die Buchung neuer Termine ist ausgesetzt.
(…)

Quelle


So, dann zählen wir mal 1 und 1 zusammen: Wenn man davon ausgeht, dass die Information bezüglich der bei ihrer Rückkehr vollbesetzten Abschiebefliegern stimmt, dann kommen eigentlich nur Afghanen in Betracht, die mit einem Visum nach Deutschland einreisen dürfen. Das dürften hauptsächlich Familienangehörige der anerkannten afghanischen Asylbewerber sein.

Und weil die deutsche Botschaft in Kabul momentan keine Visa ausstellen kann, ruht gegenwärtig auch der Familiennachzug aus dieser Region.

Damit rentieren sich natürlich auch die Flüge nicht. Denn der Transport der Angehörigen nach Deutschland ist da wohl genauso ein Anliegen wie die Abschiebung.

Sollten diese Zusammenhänge zutreffend sein, ist das doch ein guter Tausch: Ein paar Dutzend Abgeschobene weniger in Deutschland und im Austausch dafür ein ganzer Großraumflieger voller Familiennachzügler.

 

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