AfD blamiert im Bundestag die Altparteien

Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend eine Sitzung abbrechen müssen, weil das Plenum wegen zu wenig anwesender Abgeordneter nicht beschlussfähig war. Die Nachzählung, die mithilfe eines sogenannten Hammelsprungs erfolgte, wurde von der AfD-Fraktion verlangt.

Dabei kam gegen 23.20 Uhr heraus, dass 312 Abgeordnete da waren – es hätte aber die Hälfte der 709 Mitglieder, also 355, sein müssen, wie eine Sprecherin des Bundestags am Freitagmorgen mitteilte. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) musste deswegen die Sitzung nach den Vorschriften der Parlamentsgeschäftsordnung abbrechen.

Der Begriff „Hammelsprung“ bezeichnet scherzhaft die Auszählung der Stimmen, bei der alle Abgeordneten den Plenarsaal verlassen und durch eine jeweils gekennzeichnete Tür den Saal wieder betreten. Dabei werden sie gezählt.

Mit dem “Hammelsprung” hat die AfD jetzt ein probates Mittel gefunden, die Altparteien zu disziplinieren und dafür zu sorgen, dass deren Abgeordnete nicht immer die Sitzungen schwänzen. Es war auch eine Revanche für die Nichtwahl von Roman Reusch.

Der Bundestag hatte zuvor den AfD-Kandidaten Reusch für das Parlamentarische Kontrollgremium durchfallen lassen. Der brandenburgische Abgeordnete bekam statt der notwendigen 355 Stimmen lediglich 210 Stimmen. Diese Abstimmung ist jedoch nun ungültig, weil der Bundestag nicht beschlußfähig war.

Schön anzusehen ist, wie etliche Abgeordnete der Altparteien panisch zu ihren Handys greifen und versuchen, noch die Sitzungs-Schwänzer zu erreichen, damit sie doch noch schnell in den Bundestag kommen.

Den meisten Medien war dieses seltene Ereignis keine Meldung wert. Kein Wunder, Auslöser war ja auch die AfD.

 

 

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