Hart aber Fair – eine Nachlese

Hart aber Fair – eine Nachlese
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es gehört zu den besonderen Merkmalen der talkrunde von Frank Plasberg, dass Fragen, die während der Sendung offen bleiben müssen, in einem sog. Faktencheck nachrecherchiert und tags darauf auf der homepage beantwortet werden. Die Erfahrung, die man dabei beim Faktencheck zur letzten Sendung machen musste, wirft kein gutes Licht auf unsere Medien und auf deren Fähigkeit zur Selbstkritik.

So wurden folgende Vorwürfe gegenüber den Medien erhoben und wie folgt beantwortet:

  1. Medien würden die Befindlichkeit der Menschen nicht genügend berücksichtigen und adäquat abbilden.

Prof. Lutz Hagen sieht eine Ursache darin, dass Journalisten eine vergleichsweise höhere formale Bildung haben.

  1. A. Gauland wirft den Medien Propaganda „pro Flüchtlinge“ vor.

Der Professor weist diesen Vorwurf zurück, weil der Begriff „Propaganda“ ein Kampfbegriff sei und laut Thomas Hanitzsch lässt sich der Vorwurf ohnehin nicht erhärten.

  1. In den Berichten werden vermehrt Bilder von Kindern gezeigt.

Die ARD räumt zwar ein, die Realität mittels Bilder „etwas zu verbiegen“, aber im Bericht würde über die Fakten informiert.

  1. Die Medien würden einseitig berichten

Anja Reschke vom WDR sieht die Schuld bei den Mediennutzern, weil die die angebotenen Informationen selektiv und entsprechend ihren eigenen Ansichten wahrnehmen würden und so entstünde der Eindruck einseitiger Berichterstattung.

In allen Punkten geben die Medien also die „Unschuld vom Lande“ und lassen alle noch so begründeten Vorhaltungen an sich abprallen. Soviel Selbstüberschätzung und Kritikresistenz ist wohl Teil unserer Medienwelt, die von vielen Menschen beklagt und bedauert wird.

Die genannte Journalistin Anja Reschke hat dann wohl zur Rettung einer ausgewogenen Berichterstattung noch eins drauf gesetzt und behauptet, in den Medien würde schon gar nicht mehr über die vielen Brände von Asylbewerberheimen berichtet. Da hätte ich sie gerne gefragt, welche unveröffentlichten Brände ihr denn so bekannt seien. Ich bin mir relativ sicher, es gibt nicht einen. Diese Chance zur Entlarvung einer vermutlichen Lüge wurde leider nicht genutzt.

Lisa, die Blattlaus

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