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Gaddafis Weissagung

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Im Mittelmeer sind den italienischen Behörden zufolge am Montag, 23.05.2016 rund 2600 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht worden, die sich mit kleinen Booten auf den Weg von Nordafrika nach Europa gemacht hatten. Rettungskräfte und Organisationen mehrerer Länder hätten die Menschen in den vergangenen 24 Stunden teils aus kleinen Schlauchbooten aufgenommen, teilte die italienische Küstenwache am Montagabend mit. Über die Nationalität der Flüchtlinge wurden keine Angaben gemacht, aus Videoaufnahmen ergibt sich jedoch, dass fast ausschließlich junge Männer kamen.

Bis vor Kurzem war der Großteil der Flüchtlinge mit dem Ziel EU über die Ägäis nach Griechenland und von dort aus über die Balkanroute weiter in Länder wie Deutschland gelangt. Nach der Schließung der Balkanroute Anfang März und der Einigung auf das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei könnte aber wieder verstärkt die Fluchtroute genutzt werden, die von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien führt.

So ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen der Weg über das Meer zwischen Libyen und Italien inzwischen die Hauptroute für Asylsuchende auf dem Weg nach Europa. Nach Einschätzung der Behörden wird im Zuge des nahenden Sommers und der damit besseren Wetterbedingungen die Zahl derer deutlich ansteigen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Meer machen.

Zu Zeiten Muammar al-Gaddafis kamen übrigens keine Flüchtlinge über diese Route nach Europa, weil Italien mit dem lybischen Staatschef ein Abkommen hatte und dieser die seine Grenze schützte. Als man sich jedoch über dem großen Teich entschloß, Gaddafi loszuwerden, wurde die lybische Mittelmeerküste zu einem offenenen Scheunentor für Armutsmigranten aus Afrika auf dem Weg nach Europa.

Übrigens hat Gaddafi die Europäer noch einige Monate vor seinem Tod vor diesem Szenario gewarnt:

“Ihr sollt mich recht verstehen. Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften. (…) Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten.”


Diese Worte äußerte der libysche Diktator Muaamar al-Gaddafi, in einem Interview mit dem französischen Journal du Dimanche im Februar 2011. Als er diese Worte tätigte, konnte Gaddafi nicht ahnen, dass er im Oktober des gleichen Jahres als Flüchtling im eigenen Land ein grausames Ende finden würde.

 

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